Sicherheit geht vor: Die Deutschen verreisen im Urlaub lieber ohne Risiken

Neben der Angst vor Terror und Kriminalität spielt bei der Planung der Wunsch nach größtmöglicher Absicherung inzwischen eine entscheidende Rolle.

München, 09.01.2018. „Angenommen, Geld und Zeit spielt keine Rolle … wo würden Sie gerne Ihren nächsten Urlaub verbringen?“ Diese verlockende Frage wurde den Teilnehmern der neuen Studie von Allianz Global Assistance gestellt. Das Ergebnis überrascht: Deutschland landete auf Platz zwei der beliebtesten Reiseziele. Frei nach „Bei uns ist es doch auch schön“ wird offenbar damit radikal auf die schwierige Sicherheitslage in beliebten Feriendestinationen reagiert. Häufiger genannt wurde nur noch die USA, Spanien landet auf dem dritten Platz. Die Plätze vier und fünf sind mit längerer Anreise verbunden: Neuseeland und Australien. Auf den weiteren Top-Ten Plätzen folgen Italien, die Malediven, Kanada, Griechenland und Irland.

Sicherheit beeinflusst die Urlaubsauswahl

Die Entscheidung für Urlaub im eigenen Land wird offenbar vor allem vom No-Risk-Gedanken geprägt. Gefragt nach den Einflussfaktoren bei der Wahl des Reiseziels entschieden sich zwar die meisten für die Landschaft (48,4 Prozent), an zweiter Stelle folgt allerdings schon der Sicherheitsstandard mit 40,2 Prozent. Kriterien wie Sauberkeit (36,2 Prozent) und die politische Lage (34,6 Prozent) landen auf Platz drei und vier.

Ein neues Risikoempfinden

Verspätungen, mieses Wetter sowie Krankheiten sind Unwägbarkeiten, die jeder bei der Planung einer Reise hinnehmen muss. Doch die Deutschen wollen vor allem schlimmere Risiken vermeiden: Jeder dritte Befragte (34,8 Prozent) gibt an, dass Kriminalität für ihn die größte Reisegefahr darstellt. 28,4 Prozent fürchten gar das Risiko eines Terroranschlags bei Auslandsreisen. Erst hinter diesen beiden Nennungen folgen die typischen Urlaubsprobleme wie Staus (25,2 Prozent) und Krankheit während der Reise (24,8 Prozent).  

Bestmögliche Absicherung bei Auslandsreisen erwünscht

Um die Risiken zu minimieren und möglichst sicher zu verreisen, scheuen die Deutschen offenbar keine Mühen: 84,8 Prozent packen alle denkbaren Medikamente ein, 80,2 Prozent ihre elektronische Gesundheitskarte und 78,8 Prozent setzen vorher auf Impfschutz. Zwei Drittel schließen zusätzlich eine Reiseversicherung ab. Dazu kommen kleinere Reisevorbereitungen wie die Mitnahme von Kopien der wichtigsten Dokumente (59,4 Prozent) oder das Sicherheitsschloss am Gepäck (64,6 Prozent). Diese Maßnahmen finden altersunabhängig statt: Alt und Jung versuchen, sich auf ihre Reise bestmöglich vorzubereiten.

Gebucht wird on- und offline

Ein weiterer Sicherheitsaspekt spielt schon bei der Buchung der Reise eine Rolle: Trotz unendlicher Online-Angebote sind Reisebüro und Reiseveranstalter für die Deutschen weiterhin eine verlässliche Anlaufstelle. 27,6 Prozent der Befragten gaben an, diesen Service nach wie vor offline zu nutzen. Gleichzeitig besuchen 19 Prozent die Website dieser Anbieter oder greifen zum Telefon (12 Prozent).

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